„Nichts als gegeben hinnehmen“ – unter diesem Motto startete am Mittwochabend die Dichterlesung von Ingo Schulze. In der gut gefüllten Aula gab der Autor Auszüge aus sechs seiner Werke zum Besten. Amüsant verpackt und mit Liebe für das Detail gab er uns einen Einblick in seine Geschichten, in denen auch ernstere Themen nicht ausgespart werden. So lernten wir beispielsweise Frank und Barbara kennen, die nach einer Begegnung mit Nazis in einer Wirtschaft eine Beziehungskrise im Badezimmer austragen. Und wir begaben uns mit Adam und Evelyn auf die erste Reise von Ost- nach Westdeutschland, die uns die deutsche Ost-West-Beziehung und deren Problematik ins Bewusstseinrief. Auch Ingo Schulzes enge Beziehung zu Russland war zu erkennen, handelte doch eine seiner Geschichten von einem Touristen in Sankt Petersburg. „Wenn du liest, musst du dich nicht mehr langweilen“, das ist nach seiner eigenen Aussage ein Grund, warum er schreibt. Und langweilig war der Abend gewiss nicht, schließlich begeisterte er sein ganzes Publikum, unter denen auch viele jüngere Schüler waren. Die zeigten in der anschließenden Fragerunde großes Interesse und bom-bardierten Ingo Schulze mit zahlreichen Fragen. So wurde einmal mehr die Phrase: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ bestätigt, denn selbst einer der wichtigs-ten deutschen Autoren hatte eine Fünf im Grammatikdiktat. So endete dieser gelungene Abend mit einem großen Applaus für den Künstler, und wir nahmen nicht nur neue Ge-schichten, sondern auch einige witzige Anekdoten aus dem Leben eines Schriftstellers mit.

Wir danken den P-Seminaren von Frau Pflieger und Frau Hoffman für die leckere Verköstigung, der FachschaftDeutsch für die Organisation und dass sie Ingo Schulze an unsere Schule holte. Ganz besonders danken wir Ingo Schulze für sein Kommen und den tollen Abend.