Was ist zu tun? Unsere Hilfe

Unsere Hilfe in Sierra Leone konzentriert sich hauptsächlich auf die Partnerstadt Bo des Gymnasiums Weilheim. Der Schirmherr des Projekts ist Herr Monninger, der selbst Lehrer an unserer Schule ist. Herr Monninger war bereits vor Ausbruch des Bürgerkrieges im Namen der United Methodist Church in Sierra Leone als Entwicklungshelfer und Missionar tätig. Als im Jahr 1991 der Bürgerkrieg ausbrach musste er schließlich fliehen und kehrte erst nach Ende des Krieges wieder dorthin zurück. Seitdem beteiligt er sich aktiv am Wiederaufbau und bindet hierbei auch das Gymnasium Weilheim mit ein. Die Schüler hatten so die Möglichkeit mit verschiedenen Aktionen, wie zum Beispiel Sponsorenläufen, etwas zur Hilfe in Bo beizutragen.

Frau Geyer, ebenfalls Lehrerin am Gymnasium Weilheim, die an dem Afrikaprojekt in Sierra Leone mit Herrn Monninger zusammenarbeitet, rief für den Abiturjahrgang 2012/14 das Projekt-Seminar „Wir sind das Salz der Erde – Schulpartnerschaft mit Sierra Leone/Westafrika“ ins Leben, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, in eigenständigen Projekten zur Hilfe beizutragen. Ein Teil unserer Aktivitäten ist es nun, die Schüler, Eltern und Lehrer unseres Gymnasiums über das Projekt zu informieren.

Das Hauptaugenmerk der Hilfe liegt auf der Schule in Bo. Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für Wohlstand, von daher liegt es nahe an dieser anzusetzen. In Sierra Leone wurden während des Bürgerkriegs circa 1270 Schule zerstört und derzeit können nur etwa 33 % der Schulpflichtigen auch tatsächlich eine Schule besuchen. 70 Prozent der Einwohner Sierra Leones sind Analphabeten. Durch den Bau der Schule in Bo soll dies zumindest in der kleinen Stadt verhindert werden. Das Schulhaus wurde von Herr Monninger und Herr Wiesmüller in Zusammenarbeitet mit den dort Lebenden gebaut, wobei auch gleichzeitig noch ein Krankenhaus in der Nähe errichtet wurde, da die medizinische Versorgung in Sierra Leone ebenfalls sehr schlecht ist. Herr Monninger hätte laut eigenen Angaben mit nur 1000 € innerhalb von wenigen Wochen eine fertige Schule in der Stadt bauen können. Dennoch entschied er sich dagegen und wählte den längeren Weg: er baute mit den Einwohnern zusammen und versorgte sie lediglich mit dem Wissen und stellte die finanziellen Mittel zur Verfügung. Dies ermöglichte es den Menschen in Bo, zu verstehen, was sie bauten und auch selbst Reparaturen vorzunehmen, wenn Teile der Schule kaputt gehen. Außerdem können sie rückblickend auf ihr Werk schauen und stolz darauf sein, was sie selbst geschafft haben, was bei einer fertigen Schule nicht möglich wäre.Das trägt zum sogenannten „trauma healing“ bei, wie Herr Monninger es nennt. Der Bürgerkrieg hat tiefe Narben in den Erinnerungen der Sierra Leoner hinterlassen, welche nur langsam heilen und teilweise für immer bleiben werden. Doch durch den gemeinsamen Wiederaufbau können die vergangenen Erfahrungen aufgearbeitet werden und die seelischen Schmerzen mit der Zeit gelindert werden.

Derzeit verfügt die Schule über nur einen Unterrichtsraum, der in der Mitte geteilt ist. Auf jeder der Seiten wird jeweils eine Klasse mit je circa 50 Schülern unterrichtet. Das erschwert das Lernen natürlich, da ein ungestörter, ruhiger Unterricht so fast undenkbar ist. Nun plant man den Unterricht auf zwei Schichten aufzuteilen, eine morgens und eine nachmittags. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, warum man das nicht einfach so macht. Das hat einen einfachen Grund. In Sierra Leone gibt es kein zuverlässiges und flächendeckendes Stromnetz wie in Deutschland. Da aber der Tag nur etwa zwölf Stunden durch die Sonne erhellt ist, ist die Aufteilung der Schüler auf zwei Schichten bisher nicht möglich gewesen. Die Lösung soll nun eine Solaranlage liefern. Dann wird es endlich möglich sein in kleineren Schulklassen zu unterrichten.

Doch nicht nur Licht soll die Solaranlage bringen. Darüber hinaus wird derzeit die Einrichtung einer Internetverbindung angestrebt. Das würde den Schülern völlig andere Möglichkeiten bieten. Für einen Informatikunterricht wurden deshalb tropentaugliche Laptops gekauft, welche den klimatischen Gegebenheiten, wie hohe Luftfeuchtigkeit und staubige Umgebung, standhalten müssen. Doch erst der Zugriff auf das Internet würde den wirklich großen Schritt vorwärts bedeuten. In Sierra Leone hat der Zugang zu Wissen eine andere Bedeutung als in Deutschland, wo Internet und Fernsehen selbstverständlich sind. Dort bedeutet ein Internetzugang die Möglichkeit schnell zu bestimmten Themen zu recherchieren, ohne dass teure Bücher gekauft werden müssen. Zudem können die Schüler dadurch den Umgang mit Computern erlernen, was eine wichtige Voraussetzung für ihre beruflichen Aussichten darstellt, da auch in Sierra Leone in naher Zukunft zunehmend Aufgaben von Computern übernommen werden, welche bedient werden müssen. Neben dem Informatikunterricht soll aber auch die Möglichkeit entstehen, dass Schüler des Weilheimer Gymnasiums direkte Email-Freundschaften mit Schülern in Bo beginnen können. Das war bisher nur per Brief möglich und dauerte mehrere Monate bis zur Ankunft der Briefe. Es gibt dort nämlich keine Post, deshalb erfolgt der Briefverkehr ausschließlich durch persönliche Übergabe von Herr Monninger oder ehemaligen Schülern, welche im Halbjahrestakt nach Bo reisen. Per Email wäre der Austausch dann kein Problem mehr.